NutriLog gibt es seit Ende September auch auf Französisch. Die Oberfläche war übersetzt, die Grundnahrungsmittel, die wir von Hand einpflegen, ebenfalls: das Œuf, die Baguette, der Lait demi-écrémé. Wer aber auf einem französischen iPhone nach Camembert suchte, bekam „Camembert cheese min. 45 % fat in dry matter“. Auf Englisch.
Der Grund war schnell gefunden. Die über 7.000 Lebensmittel, die seit dem 29. September in der App stecken, kommen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel, der deutschen Nährstoffdatenbank. Sie hat deutsche Namen und englische, aber keine französischen. Für jemanden in Straßburg, gleich neben unserem Büro in Eckbolsheim, war die App damit zur Hälfte französisch und zur Hälfte nicht. Wer eine App auf Französisch anbietet, kann die Lebensmittel nicht auf Englisch lassen.
Seit heute haben alle 7.090 einen französischen Namen. „Karotte/Möhre, roh“ heißt jetzt „Carotte, crue“, „Eierteigwaren mit Bologneser Sauce“ heißt „Spaghetti bolognaise“, und der Camembert hat seine „MG sur extrait sec“, so wie es auf jeder französischen Käsepackung steht. Damit ein und dasselbe Wort immer gleich übersetzt wird, gibt es dafür ein festes Glossar: „gedünstet“ ist immer „cuit à l’étuvée“, „gebraten ohne Fett“ immer „poêlé sans matière grasse“, „Keule“ ist beim Lamm ein Gigot und beim Rind ein Cuisseau.
Manches ließ sich nicht übersetzen, und das ist auch richtig so. Ein Leberkäse ist kein Pâté, ein Landjäger keine Saucisse sèche wie jede andere. Solche Namen bleiben deutsch und bekommen eine kurze französische Erklärung dazu: „Leberkäse (pain de viande)“, „Landjäger (saucisse sèche plate)“. Wer im Elsass einkauft, kennt die meisten davon ohnehin.
Die Übersetzung selbst war der kleinere Teil. Der größere zeigte sich in der Suche. Mit französischen Namen trafen französische Alltagswörter plötzlich auf die langen Listen des Bundeslebensmittelschlüssels. „Poulet“ fand zuerst das Hühnerherz, weil dort siebzig Einträge mit „Poulet,“ beginnen. „Porc“ fand Steinpilze, über das englische „Porcini“. Und „chèvre“ fand Ziegenfleisch, obwohl in Frankreich niemand Ziegenfleisch meint, wenn er „chèvre“ eintippt, sondern Ziegenkäse. Jedes dieser Wörter führt jetzt dorthin, wo man es erwartet.
Damit das so bleibt, prüft NutriLog vor jeder neuen Version eine Liste von inzwischen 348 Suchen, so wie Menschen sie wirklich eintippen, auf Deutsch, Englisch und Französisch, jede mit dem Lebensmittel, das ganz oben stehen muss. Findet eine davon das Falsche, geht die Version nicht raus. Jede Meldung zur Suche wird zu einer neuen Zeile in dieser Liste.
Was noch fehlt, gehört auch dazu. Der Bundeslebensmittelschlüssel ist eine deutsche Tabelle mit deutschen Gerichten. Einen Hachis Parmentier kennt er nicht, ebenso wenig eine echte Blanquette oder Foie gras. Bei Foie gras schweigt die eingebaute Tabelle deshalb lieber, als die einfache Gänseleber mit einem Drittel der Kalorien anzubieten; dort hilft die Produktdatenbank mit den Werten von der Packung. Für die französische Küche ist die französische Nährwerttabelle der richtige Ort, und die steht auf unserer Liste.
Wenn du NutriLog auf Französisch nutzt: Was klingt seltsam, was fehlt, was hättest du anders genannt? Wir sind für jeden Tipp dankbar.