{"id":34,"date":"2026-09-29T15:06:38","date_gmt":"2026-09-29T13:06:38","guid":{"rendered":"https:\/\/nutrilog.org\/blog\/?p=34"},"modified":"2026-10-07T15:08:36","modified_gmt":"2026-10-07T13:08:36","slug":"lebensmittel-ohne-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nutrilog.org\/blog\/lebensmittel-ohne-netz\/","title":{"rendered":"7.326 Lebensmittel, ohne Netz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis heute kannte NutriLog 236 Lebensmittel, die ich von Hand pflege, in einer Tabelle auf meinem Rechner, die meisten mit Werten aus der franz\u00f6sischen und der amerikanischen N\u00e4hrwerttabelle: das Ei, die Banane, der Reis, das Rinderhack. F\u00fcr ein Fr\u00fchst\u00fcck reichte das. F\u00fcr ein Abendessen nicht, wie mir gestern der Spitzkohl gezeigt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit heute sind es 7.326. Der gr\u00f6\u00dfte Teil stammt aus dem Bundeslebensmittelschl\u00fcssel, der N\u00e4hrstoffdatenbank des Max Rubner-Instituts, die seit Dezember 2025 frei nutzbar ist. Mehr als 7.000 Lebensmittel, zusammengestellt f\u00fcr die Art, wie in Deutschland gegessen wird. Gr\u00fcnkohl steht darin siebzehnmal, Kasseler zwanzigmal, dazu Schwarzwurzeln, Pfifferlinge, Mirabellen, K\u00f6nigsberger Klopse und die Rinderroulade mit Sauce.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es ausgerechnet die deutsche Tabelle sein musste, hat einen einfachen Grund. Eine \u00fcbersetzte Datenbank kennt die Lebensmittel eines anderen Landes, unter Namen, die dort jemand vergeben hat. Wer \u201eKasseler\u201c sucht, findet dort bestenfalls \u201esmoked pork loin\u201c, und das ist nicht dasselbe St\u00fcck Fleisch mit denselben Werten. Die deutsche Tabelle spricht die Sprache des K\u00fchlschranks, vor dem man steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genauso wichtig ist, dass sie vieles doppelt kennt: roh und gegart. Spitzkohl roh, gekocht, ged\u00fcnstet, gebraten, gebacken. Wer seine Kartoffeln als Salzkartoffeln isst, tr\u00e4gt Salzkartoffeln ein und nicht rohe Kartoffeln, die er dann im Kopf umrechnen muss. Und weil beide Fassungen samt Wassergehalt darin stehen, wei\u00df NutriLog auch, was aus 100 g roh im Topf wird. Davon handelte der letzte Beitrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle 7.326 stecken in der App, nicht auf einem Server. Die App ist dadurch rund drei Megabyte gr\u00f6\u00dfer, daf\u00fcr findet sie Gr\u00fcnkohl auch im Keller, im Funkloch am Supermarktregal und im Flugmodus. Ist Netz da, fragt sie zus\u00e4tzlich die Produktdatenbank ab; ohne Netz fehlen nur die verpackten Produkte, nicht das Abendessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Tabelle nicht kann, geh\u00f6rt auch dazu. Sie kennt Durchschnittswerte, keine Marken. Das Kasseler vom Metzger um die Ecke kann fetter sein als der Wert im Bundeslebensmittel-schl\u00fcssel, und eine Scheibe kennt die Tabelle auch nicht, nur 100 Gramm. F\u00fcr alles mit Verpackung bleibt der Barcode deshalb der bessere Weg; dort sucht NutriLog wie bisher in Open Food Facts mit \u00fcber einer Million Produkten. Die neuen 7.000 sind f\u00fcr alles andere da: f\u00fcr das, was lose im Korb liegt, und f\u00fcr das, was zu Hause gekocht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 236 von Hand bleiben \u00fcbrigens, wo sie waren. Wo es sie doppelt gibt, stehen sie in der Suche oben, weil wir ihre Portionen kennen: das Ei mit 60 Gramm, die Scheibe Brot, das Glas Milch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hast du zuletzt gegessen, das in keiner App zu finden war?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis heute kannte NutriLog 236 Lebensmittel, die ich von Hand pflege, in einer Tabelle auf meinem Rechner, die meisten mit Werten aus der franz\u00f6sischen und der amerikanischen N\u00e4hrwerttabelle: das Ei, die Banane, der Reis, das Rinderhack. F\u00fcr ein Fr\u00fchst\u00fcck reichte das. F\u00fcr ein Abendessen nicht, wie mir gestern der Spitzkohl gezeigt hat. 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